10 | 05 | 2010  
Restriktive Maßnahmen zum Export von Baumwolle

Wie aus den Medien zu entnehmen war, hat die indische Regierung Anfang April 2010 verschie- dene restriktive Maßnahmen zum Export von Baumwolle ergriffen, die die Versorgungssituation sowohl bei Garnen als auch bei Rohbaumwolle erheblich beinträchtigen.


Zum einen ist die 7,5 % Zollvergütung für Garnexporte gestrichen worden als Maßnahme, die Preise für Textilien in Indien zu bremsen. Außerdem wurde ein Sperrzoll auf den Export von Baumwollgarnen und Rohbaumwolle eingeführt.

Mittlerweile wurde sogar ein vollständiger Exportstopp von Rohbaumwolle verhängt. Selbst bereits gehandelte und für den Export registrierte Partien – man schätzt ca. 2,5 Mio Ballen = ca. 430.000 to – sind betroffen und werden wahrscheinlich nur zu einem kleinen Prozentsatz ausgeführt werden können.

Dementsprechend lebhaft gestaltete sich in den vergangen Tagen und Wochen die Nachfragesituation für Ersatzbaumwollen an den Rohstoffmärkten mit entsprechend steigenden Preisen.

Die Beschaffungssituation dürfte sich auch in nächster Zeit nicht abschwächen, da aus der betroffenen Region voraussichtlich vor der nächsten Ernte keine Liefermengen mehr zu erwarten sind.

Länder wie China, der weltgrößte Baumwollverwerter, erwartet wegen des Exportstopps in Indien eine Unterversorgung mit dem Rohstoff. Wie in der Ausgabe der Textilwirtschaft Nr. 18 vom 6. Mai 2010 zu entnehmen ist, befürchtet nun auch Pakistan, dass 70% aller Spinnereien möglicherweise schon Ende Mai schließen müssen, weil sie dann keine Baumwolle mehr für die Verarbeitung haben.

Die Auswirkungen dieser Verknappung sind infolge enormer Preissteigerungen sowohl bei Rohbaumwolle, als auch bei Baumwollgarnen spürbar. Die unsichere Versorgungslage führt bereits dazu, dass Kunden heute versuchen, sich längerfristig über Kontrakte mit Garnen einzudecken, da sich die Situation bis zur Verfügbarkeit aus dem neuen Erntejahr 2010/2011 wohl nicht entschärfen dürfte.