Wer Gebr. Otto auf LinkedIn oder Instagram folgt, kennt viele Geschichten aus unserem Unternehmen. Mitverantwortlich dafür, und der kreative Kopf hinter dem visuellen Eindruck, ist Kathrin Wolf. Bevor sie sich in die Elternzeit verabschiedet, haben wir mit ihr über ihren Weg zu Otto, besondere Projekte und die Menschen gesprochen, die das Unternehmen für sie ausmachen.
Wie lange bist du schon bei Gebr. Otto?
Eigentlich bin ich seit meinem Praxissemester im Jahr 2011 bei Gebr. Otto. Auch meine Bachelorarbeit habe ich hier geschrieben. Damals war recot² gerade ein wichtiges Thema und ich durfte alle Abteilungen kennenlernen. Von diesem direkten Draht in jede Ecke des Unternehmens profitiere ich bis heute. Ganz offiziell gehöre ich seit 2012 zum Otto-Team.
Wie kamst du zu Otto?
Ich habe für mein Praxissemester einen Arbeitgeber gesucht. Natürlich gab es damals schon das Internet, aber ich habe mich schwergetan, das Richtige für mich zu finden. Ich habe schlussendlich über den Verband Südwesttextil gesucht und war dann einigermaßen überrascht, im Alb-Donau Kreis, also quasi vor meiner Haustür, eine Spinnerei zu finden. Das Thema Spinnen war mein Steckenpferd, ich war an der Hochschule in Reutlingen Tutorin in dem Bereich; dort habe ich Textiltechnologie und -management studiert.
Das klingt nach einem sehr geradlinigen Weg, zielgerichtet aufs Textile.
Nein, der Weg war gar nicht geradlinig. Ich hatte diverse Interessen, so dass ich nach der Schule erst mal ins Ausland gegangen bin, in der Hoffnung, dass ich bei Rückkehr klarer sehen würde. Das hat leider nicht geklappt! Deshalb habe ich mich bei fünf Hochschulen beworben, in ganz unterschiedlichen Bereichen.
Wie hast du dann deine Entscheidung am Ende getroffen?
Ganz einfach: Die Hochschule Reutlingen hat sich als erste zurückgemeldet.
Was sind deine Aufgaben bei Gebr. Otto? Haben die sich im Lauf der Zeit entwickelt?
Ursprünglich wollte ich direkt in die Produktentwicklung und möglichst nah an der Produktion arbeiten. Andreas Merkel hatte jedoch eine andere Idee für mich und hat mich in Forschung und Entwicklung geholt. Dort habe ich Projekte mit Forschungseinrichtungen wie dem DITF und mit Maschinenbauern begleitet und Entwicklungsprojekte koordiniert.
Mit der Zeit sind andere Aufgaben dazugekommen. Manche habe ich aktiv übernommen, andere sind einfach auf meinem Schreibtisch gelandet. Aus einer aufgeräumten Bilddatenbank wurde der erste Flyer, daraus entstanden Website, Social Media und schließlich das gesamte Marketing. Auch im Azubi-Recruiting habe ich aktiv unterstützt – von Schulbesuchen über Ausbildungsmessen bis hin zu unserer Kampagne „Ich bin ein Spinner“. Parallel kamen die Organisation von Kundenbesuchen, Messeauftritten, dem Tag der offenen Tür und unserem Jubiläum hinzu.
Heute bin ich als Assistentin der Geschäftsleitung an vielen Schnittstellen im Unternehmen unterwegs. Ich kümmere mich um Marketing und Social Media, begleite Projekte und organisiere Veranstaltungen. Gleichzeitig bin ich Administratorin für unser ERP-System und unterstütze die Key User, wenn es um Troubleshooting oder neue Anforderungen geht.
Was sind deine Highlights?
Mein größtes fachliches Highlight war die Einführung unseres ERP-Systems Texware. Für dieses Projekt habe ich die Leitung übernommen; das entgegengebrachte Vertrauen bedeutet mir bis heute sehr viel.
In das ERP-Projekt bin ich allerdings erst später eingestiegen. Wir mussten feststellen, dass der ursprüngliche Weg nicht zum Ziel führt. Die Reißleine zu ziehen, obwohl wir bereits viel Zeit und Geld investiert hatten, war keine einfache Entscheidung. Im Nachhinein war sie aber genau richtig: Mit einem neuen Partner haben wir das Projekt erfolgreich umgesetzt.
Mindestens genauso wichtig sind für mich die gemeinsamen Momente im Team. Wenn wir bei einem Fest irgendwo gemeinsam sitzen, bin ich garantiert unter den letzten, einfach, weil es so schön ist. Dieses Miteinander macht für mich Gebr. Otto aus. Diese Kultur der Zusammenarbeit ist einer der Hauptgründe, warum ich heute – nach 15 Jahren – immer noch sehr gerne hier bin.
Was wünscht du Gebr. Otto für die Zukunft?
Ich wünsche dem Unternehmen, dass der außergewöhnliche Zusammenhalt innerhalb des Teams weiterbesteht. Ich hoffe außerdem, dass es weiterhin Menschen gibt, die Qualität zu schätzen wissen, und Unternehmen, die neue Möglichkeiten suchen. Das ist die Basis für unser Geschäft.
Welchen Stellenwert glaubst du, hat Social Media für das Unternehmen?
Social Media hat für uns einen deutlich höheren Stellenwert, als man bei einem klassischen B2B-Unternehmen vermuten würde.
Unsere Kanäle begleiten uns seit einigen Jahren und wir haben uns eine engagierte Community aufgebaut. Auf Instagram erreichen wir vor allem Menschen aus unserem direkten Umfeld – Mitarbeitende, Bewerber und regionale Interessierte. LinkedIn ist dagegen unsere Plattform für Kunden, Lieferanten, Verbände und Geschäftspartner.
Für uns ist Social Media deshalb ein wichtiges Instrument, um unsere Sichtbarkeit zu erhöhen, unser Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber und verlässlichen Partner zu präsentieren und zu zeigen, wofür Gebr. Otto steht. Gerade weil wir kein Endverbraucherprodukt herstellen, ist diese Form der Kommunikation heute wichtiger denn je.
Worauf freust du dich jetzt?
Ich freue mich auf meine neue Aufgabe als Mama. Planen und organisieren kann ich gut, und wie ich mit herausfordernden Situationen umgehe, habe ich mitunter auch bei der Arbeit gelernt. Ich fühle mich also gut vorbereitet (lacht)!
Kurzum: Die letzten 15 Jahre waren großartig und ich bin sehr gespannt, was die nächsten Monate bringen, in meinem eigenen kleinen Familienunternehmen.