Claudia Bitzer über ihre Arbeit bei Gebr. Otto: „Ich empfinde es als Auszeichnung, das Unternehmen kommunikativ begleiten zu dürfen.“

01.08.2026

Wie bist du zu Otto gekommen?
Das ist eine schöne Geschichte! Ich habe damals als Kommunikatorin und PR-Verantwortliche für Mayer & Cie., den Textilmaschinenbauer, gearbeitet. Auf der ITMA 2015 zeigte das Unternehmen seine Spinnstrickmaschine. Gebr. Otto war Entwicklungspartner. Gemeinsam hatten sich die beiden Unternehmen für einen Award bei der ITMA beworben und waren auch auf der Shortlist gelandet. Ich sollte dazu die Pressearbeit machen. In dieser Funktion habe ich bei Andreas Merkel angerufen. Der hat mich erst mal gefragt, ob ich mich mit der Thematik auskennen würde, was ich verneinen musste. „Dafür kenne ich mich damit aus, Themen, mit denen ich mich nicht auskenne, verständlich und ansprechend darzustellen“. Andreas war zunächst skeptisch. Heute arbeiten wir seit vielen Jahren erfolgreich zusammen.

Du arbeitest also seit 2015 durchgehend für Otto?
Nein. In Folge der erfolgreichen Pressemitteilung kam die Anfrage, den Text für den damaligen Unternehmensfilm zu verfassen. Dabei blieb es dann vorerst. Mich hat Gebr. Otto damals schon sehr beeindruckt, ich wollte Otto als Kunde gewinnen und habe mir gute Gründe überlegt, mich regelmäßig zu melden. Irgendwann hat es dann geklappt mit der dauerhaften Zusammenarbeit.

Was sind deine Aufgaben?
Mein Vertrag lautet auf „laufende Pressearbeit und Kommunikation“. Ich bin so etwas wie ein Schatzgräber für gute Geschichten. Meine Aufgabe ist es, das Besondere herauszuarbeiten. Gemeinsam haben wir die Kernthemen des Unternehmens definiert, also Innovation, Nachhaltigkeit oder unser „gallisches Dorf“. Diese Themen bespielen wir in der kompletten Kommunikation.
Jemand hat mich einmal augenzwinkernd Karla Kolumna von Gebr. Otto genannt. Das gefällt mir.

Haben sich deine Aufgaben im Laufe der Zeit verändert?
Ja, ich denke schon. Zum einen bin ich mittlerweile eine feste Freie bei Gebr. Otto geworden, mit viel Einblick ins Unternehmen. Zum anderen begleite ich zwischenzeitlich verschiedene Unternehmen entlang der textilen Wertschöpfungskette. Dadurch kann ich Themen anbieten, anstatt ausschließlich über ein spezielles Unternehmen zu berichten. Mit Themen meine ich beispielsweise: Generationswechsel, Digitalisierung, Arbeitszeitdebatte, Nachhaltigkeit. Das wiederum hat zur Folge, dass die einzelnen Unternehmen auch bei überregionalen Medien gesehen werden und jenseits der Fachpresse interessant sind.
Eine Kundin hat meinen Auftrag mal so formuliert: "Du sorgst dafür, dass sich meine Arbeit in der deutschen Textilindustrie weiterhin lohnt – und dass sie in der Gesellschaft gesehen wird." Dieser Satz begleitet mich und ist mein Ansporn, auch und insbesondere bei Gebr. Otto.

Damit hast du in der Textilindustrie dein Steckenpferd gefunden?
Ja, auf jeden Fall. Als gebürtige Albstädterin war mir dieses Berufsfeld schon als Schulabgängerin präsent, aber die Industrie war so augenscheinlich im Niedergang, dass meine Familie mir davon vehement abgeraten hat. Dass ich am Ende trotzdem hier gelandet bin, aus der kommunikativen Richtung kommend, ist schon lustig. So sind zwei gleich zwei Felder zusammengekommen, mit denen ich mich identifiziere.

Schöne Überleitung: Was magst du an deiner Arbeit?
Ich schreibe nach wie vor unglaublich gerne. Gleichzeitig liebe ich es, mich in neue Themen einzuarbeiten und Zusammenhänge zu verstehen. KI verändert auch meinen Beruf rasant. Das fordert mich heraus: Ich bin gezwungen, den Wert meiner Arbeit immer wieder neu zu hinterfragen und meinen ganz persönlichen, menschlichen USP zu finden.

Was sind deine Highlights?
Ganz klar das Vertrauen, das ich bei Gebr. Otto genieße. Durch die langfristige Zusammenarbeit trägt Kommunikation wirklich Früchte. Man kann Themen entwickeln, über Jahre erzählen und gemeinsam etwas aufbauen.
Mich beeindruckt außerdem, mit wie viel Verve, Engagement und Überzeugung hier gearbeitet wird. Die Leidenschaft für das Produkt und das Unternehmen ist ansteckend. Ich empfinde es als Auszeichnung, Gebr. Otto kommunikativ begleiten zu dürfen.
Ein Highlight war für mich die Vorbereitung des Jubiläums – die Gespräche mit den Zeitzeugen, der History Walk und die vielen Geschichten, die wir dabei gesammelt haben.
Ich bin überzeugt: Erfolgreiche Kommunikation ist kein Sprint, sondern ein Ausdauerlauf.

Was wünschst du dir für Gebr. Otto?
Ich wünsche Gebr. Otto vor allem, dass das Unternehmen auch in Zukunft die Rahmenbedingungen vorfindet, die es braucht, um erfolgreich in Deutschland produzieren zu können.
Ich wünsche mir, dass wir als Gesellschaft wieder stärker erkennen, welchen Wert unser produzierender Mittelstand hat. In inhabergeführten Unternehmen wie Gebr. Otto stecken unglaublich viel Know-how, Leidenschaft und Innovationskraft. Das zu verlieren, wäre ein großer Verlust.
Hier schließt sich der Kreis zu meinem Beruf. Ich möchte solche Unternehmen und ihre Geschichten sichtbar machen, damit sichtbar bleibt, was sie jeden Tag leisten.

Was wünscht du dir für dich selbst?
Erst mal in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Otto: Ich habe unglaublich gerne mit dir im Team zusammengearbeitet, wir haben dem Social-Media-Auftritt und dem Außenauftritt von Gebr. Otto ein einheitliches Gesicht gegeben, durchaus mit überproportional weiblicher Komponente. Ich freue mich nun auf die Zusammenarbeit im neuen Marketing-Team – mit jüngeren, männlichen Kollegen – und bin mir sicher, dass das auch mir wieder neue Denkanstöße liefern wird.
Mein zweiter Wunsch ist sehr persönlich – und kurz nach dem Schulferienstart in BaWü ein aktuelles Thema für mich: Ich wünsche mir, dass ich mit meiner Art zu arbeiten meinen Kindern zeigen kann, dass sich Neugier, Leidenschaft und Beharrlichkeit lohnen.